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  nachrichten von acem  
    No. 1 2009 Acem Deutschland    
 

 

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Ein außergewöhnlicher Kurs

Turid Berg Nielsen


»Dieser Kommunikationskurs ist der außergewöhnlichste Lehrgang, auf dem ich je gewesen bin!« Der Niederländer Edwin Mac Gillavry (44) arbeitet als Rechtsanwalt und lebt mit seiner  Frau Inge in Leiden (NL). Im Mai 2008 nahm er am interpersonellen Kommunikationstraining von ACEM teil.


»Der Kurs war äußerst intensiv. Ich weiß von keinen anderen Schulungen, die um acht Uhr morgens beginnen und bis tief in die Nacht dauern. Der wichtigste Unterschied war, dass uns die Dozenten keine langen Vorträge über Kommunikationstheorie hielten. Vielmehr ging es darum,  dass ich, zusammen mit den Mitgliedern meiner Gruppe, entdeckte, auf welche Weise ich kommuniziere. Genau das mussten wir selbst herausfinden. Nur von anderen gesagt zu bekommen, wie man kommuniziert, bringt keine Änderung mit sich. Man muss es selber erfahren. Und genau das haben wir in dem Kommunikationskurs getan. Ich habe Feedback zu meinem Verhalten bekommen , einiges über meine Motive erfahren und über das, was meinen Handlungsmustern zugrunde liegt. Es war, als sähe ich in einen Spiegel – genau das habe ich gebraucht.«


Edwin fand den Kommunikationskurs für sein Privatleben ebenso hilfreich wie für den beruflichen Alltag. Seiner Erfahrung nach ist die Weise, in der man kommuniziert, von der eigenen Persönlichkeitsentwicklung geprägt. Zurückliegende Erfahrungen, ob im Privaten, in Schule und Ausbildung oder am Arbeitsplatz, bestimmen, wer man ist und wie man kommuniziert. Auch die eigene Reaktion auf andere Personen und die Wahrnehmung bestimmter Situationen gehören dazu. Daher ist es in dem Kommunikationskurs von Bedeutung, dass die Teilnehmer über ihre Vergangenheit und Gegenwart sprechen. Einblicke in die Vergangenheit erhellen die Kommunikationsweisen der Teilnehmer zuweilen ungemein. »Ich habe über große und kleine Ereignisse und Themen meines Lebens gesprochen. Das wichtigste war, zu reden, zu interagieren, Diskussionen anzuregen und sich selbst und die Gruppe zur Reflexion zu bewegen.«


Edwin vergleicht die Kommunikationsgruppe mit einer Familie. Während der Woche, die der Kurs dauert,  können die Gruppenmitglieder eine Menge voneinander lernen. Das ging manchmal geschmeidig vonstatten, zuweilen wurde Edwin aber auch ziemlich kribbelig. Die Intensität  innerhalb der Gruppe ließ Impulse und Verhaltensmuster an die Oberfläche gelangen, unter der sie im täglichen Leben lange verborgen geblieben wären. Edwin empfand das als gute Möglichkeit, etwas zu lernen.


»Es ist immer schwierig, sich zu öffnen, wenn man es alleine versucht. Für den Gruppenprozess ist die Offenheit der Mitglieder bezüglich ihrer Sorgen, Frustrationen und Reaktionen essentiell. Nur wer sich in der Gruppe sicher aufgehoben fühlt, kann den maximalen Nutzen aus dem Kurs ziehen. Austausch mit den anderen ist unabdingbar.«


Wird er den Kurs erneut belegen? »Definitiv! Es gibt noch so viel zu lernen.«

 

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