Acem Meditation
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Acem Meditation

Berichte, Fragen und Antworten



Marcus aus Lübeck:
Ich hatte vorher schon Erfahrungen mit Achtsamkeitskeitsmeditationen hauptsächlich nach gerichteten Ansätzen und hatte aus meiner Sicht eher unbefriedigende Ergebnisse. Was mich bei deinem Kurs überzeugt hatte bzw. durch die Meditations selbst bestätigt hat, ist dass durch den ungrichteten Ansatz bei der Acem-Meditation weniger Erwartungen erzeugt werden bzw. dass dadurch das Beurteilen während der Meditation entfällt und ich viel eher einen "gefühlten" meditativen Zustand erreiche. Dafür schon einmal vielen Dank! Leider klappt es mit der Disziplin bei der täglichen Ausführung noch nicht so recht, aber ich bleibe am Ball und hoffe (trotz des inneren Widerstandes ;-) eine regemäßige Routine zu bekommen.

Björn aus Hamburg:
Manchmal ist die Meditation sehr angenehm und entspannend. Ich kann fast loslassen. Und oft denke ich tatsächlich, dass ich gar nicht meditiere, sondern einfach nur so Gedanken denke. Aber ich habe ja gelernt, dass es so kommen kann und mache daher weiter.

Heiko aus Hamburg:
Ich habe das Gefühl das ich nur über meine täglichen Sorgen und Pläne
nachdenke während der Meditation und nicht richtig Meditiere.
Es ist auch sehr schwierig die Meditation in meinen Tagesablauf einzubringen
mache mich gerade Selbständig und habe eine kleine Tochter und nur eine drei
Zimmer Wohnung (jaul) .
Daher finde ich selten die ruhe dafür ,vielleicht hast Du ja ein Tipp wie ich
das besser organisieren kann.

Antwort von Ole Nygaard:
Mein bester Tipp ist, die Meditation nicht zu beurteilen. Wir alle denken in der Meditation über unseren täglichen Sachen nach. So ist die Meditation. Aber gleichzeitig hat sie eine mehr tiefgreifende Wirkung, die uns mitten drin nicht so klar ist. Also: Lass all das alltägliche Kram kommen, und denke nicht das es anders sein sollte. In diesem Kram spielt sich viel mehr aus und wird verarbeitet als wir da und dann verstehen.
Ja, und zu dem Tagesablauf glaube ich dass Du Zeit und Ort findest, wenn die Entscheidung klar ist. Es gibt immer Lücken in einem Tag. Früh morgens vor dem Aufwachen der Tochter? Abends wenn sie schläft? Ab 3 habe ich mit meinem Sohn meditiert, aber habe dann nicht die Tür geschlossen. Das habe icht erst ab 5 gemacht. Und erst ab 15 habe ich Ruhe im Haus verlangt. Das meiste geht.

Walter aus Lübeck:
Meine Frage an Sie, macht man etwas falsch, wenn man öfter während der Meditation einschläft? Zwar bin ich jemand, der leicht auf einem Stuhl schlafen kann. Ich habe zu unterschiedlichen Uhrzeiten meditiert, fast täglich 45 Minuten und auch wenn ich fit bin, schlafe ich trotzdem ein, obwohl ich grundsätzlich genung Schlaf bekomme und ein gesundes Leben führe.
Mir geht es gut so, aber ich habe ein schlechtes Gewissen, einzuschlafen...

Antwort von Ole Nygaard:
Die Frage ist sehr wichtig, weil einige Leute so was erleben und es ziemlich unverständlich finden. Es ist erstens ganz in Ordnung, dass Du so einschläfst. Es deutet überhaupt nicht darauf hin, dass Du etwas falsch machst. Hab dabei kein schlechtes Gewissen.
Die Meditation löst Verspanungen in uns. Das kann sich als Abschweifen in Gedanken äussern, aber auch manchmal als Schlaf. So ein Schlaf ist Teil der Meditation. Es ist auch typisch für so einen spanungslösenden Schlaf, dass er kommt, obwohl man in der Nacht genug Schlaf bekommt. Es ist ein anderer Typ von Schlaf, und er tut sehr, sehr gut.

Jan aus Oldenburg:
1. Im Heft habe ich gelesen, dass sich der Laut dem Atemrhythmus anpassen kann.
Die Wiederholung des Lautes passt sich bei mir aber meistens an meinen Herzschlag an. Ist das auch in Ordnung?
2. Die Wiederholung des Lautes gelingt mir mit guter Gelassenheit, aber der Laut wird recht schnell von Spontangedanken überlagert.
Meistens kommen die Spontangedanken schon, wenn ich den Laut nur 4 bis 6 mal wiederholt habe.
Ich kann zwar die Aufmerksam dann bald wieder gelassen auf den Laut richten, aber dann sind wieder recht schnell wieder Spontangedanken da, die den Laut überlagern. So geht es dann während der ganzen Meditation. Ist die Meditation so richtig ?
3. Kann ich die Meditation auch zum abends zum Einschlafen benutzen ?
Oder stört das die "richtige" Meditation ?

Antwort von Ole Nygaard:
1. Dass der Laut mit dem Herzschlag geht, ist ganz in Ordnung.
2. Dass die Meditation so wie beschrieben verläuft, ist ganz richtig. Die Gedanken dürfen die Wiederholung unterbrechen so viel wie sie möchten.
3. Das würde nicht stören. Wiederhole den Laut dann im Liegen bis Du einschläfst. Du musst sehen wie es funktioniert. Einige schlafen gut ein. Andere werden wach. Ansonsten meditiert man nur im Sitzen.

Cornelia aus Köln:
Abends fällt mir die Meditation ziemlich schwer. Manchmal gehen mir so viele Sachen vom Tag durch den Kopf, dass ich das Gefühl habe gar nicht mehr zu meditieren. Dann vergesse ich für eine ganze Weile den Laut.

Sehr unangenehm ist es, dass ich körperlich ganz unruhig werde, manchmal kann ich meine Beine gar nicht ruhig halten oder es juckt am ganzen Körper. Ich habe versucht, mir einen anderen Platz zum Meditieren zu suchen, aber das hat auch nicht geholfen. Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, mich trotz dieser Unruhe zur Meditation zu "zwingen" oder ob es in Ordnung ist, wenn ich dann einfach abbreche und es am nächsten Tag wieder versuche.

Ganz interessant finde ich, dass Dinge, die tagsüber vergessen sind, in der Meditation wieder auftauchen, fast so wie bei Träumen, die man ja auch nicht beeinflussen kann. Ich war vor kurzem bei einem kleinen Unfall dabei und habe dem Verletzten geholfen. Es war nichts Schlimmes und ich hatte das auch schon fast vergessen. Während der Meditation am Abend und auch am nächsten Tag gingen meine Gedanken immer wieder zu diesem Unfall zurück und ich merkte auch, wie sehr mein Körper sich dabei verspannte. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dadurch, dass ich wieder an diesen Unfall dachte, ihn auch verarbeiten zu können.

Antwort von Ole Nygaard:
Was Du von der Abendmeditation schreibst, ist wichtig. Lass die Gedanken vom Tag gehen wie sie laufen. Das Gefühl nicht zu meditieren ist eine Täuschung. Besonders wichtig ist es, bei der Meditation ruhig zu bleiben, wenn die Beine unruhig sind, es juckt und du unruhig bist. Dies wird von der Meditation ausgelöst und ist nicht zu vermeiden. Man soll nicht versuchen etwas zu finden, das dagegen "hilft". Lass es so sein. Das sind ganz richtige und gute Meditationen. Unruhe wird in dieser Weise verarbeitet. Denke nicht, dass sie verschwinden sollte.

Ruth aus Frankfurt:
1. Dauer der Meditation. Ich meditiere selten eine dreiviertel Stunde lang, eigentlich bekomme ich immer 2x eine halbe Stunde hin. Grundsätzlich fällt mir das leicht, nur mit der Dauer habe ich Probleme. Ich gucke nicht auf die Uhr, denke aber, die erste viertel Stunde ist kein Problem. Dann werde ich langsam zappelig. Rutsche hin und her, lasse mich von meinem Körper ablenken usw. Zur Zeit nimmt das eher zu, als dass es besser wird. Schleift sich da bei mir ein Muster ein oder zeigt die Erfahrung, dass so was auch wieder aufhört? Ich ertappe mich nämlich dabei, dass ich das schon wie eine selbsterfüllende Prophezeiung am Anfang der Meditation denke.
2. Ich schaffe es immer noch, egal wie die Meditation ist, sie ohne Bewertung zu lassen, muss also nicht mit mir hadern, wenn ich nur in Gedanken war oder so was. Allerdings beobachte und kommentiere ich sie ständig. So in der Art von: Laut, Laut, Laut "oh, das ging ja prima". Laut, Laut, Laut, "jetzt stört mich aber meine Atmung" (die Laute sind sowieso bei mir fest an die Atmung angedockt). Laut, Laut, Laut "wo war ich denn jetzt in meinen Gedanken"...usw. Da ich sowieso zu ständiger Selbstbeobachtung neige und das gerne loslassen würde, wäre ich froh, wenn es Erfahrungen gibt, dass auch dies von alleine aufhört (vielleicht, irgendwann...)
3. Kann es sein, dass die Meditation still und heimlich an die "kleinen Kisten" geht, die man so gerne in seinem Innersten verschlossen hält? Ich gerate öfter in beklommene, ängstliche Stimmungen. Die sind zumeist weg, wenn die Meditation vorbei ist. Ich wüßte jedoch gerne, ob es passieren kann, dass der Deckel so einer Kiste aufgeht und mehr herauskommt, als ich im Moment bewältigen kann. Das hätte ich nämlich nicht so gerne.

Antwort von Ole Nygaard:
1. Die Unruhe, die gegen Ende der Meditation kommt, ist ein Zeichen, dass die Meditation tiefer geht und mehr in Dir berührt. Es kann aufhören oder nicht. Das ist eigentlich nicht wichtig. Bei eben solchen Vorgängen ist es wichtig, diese nicht negativ zu beurteilen, sondern zu akzeptieren. Denke nicht, dass es verschwinden soll. Bleib ganz ruhig und beobachte, was passiert. Die Unruhe solltest Du nicht als ein Problem sehen.
2. Die Selbstbeobachtung ist kein Problem. Lass sie ganz einfach laufen wie sie läuft und habe dazu keine negativen Beurteilungen.
3. Die Meditation geht still und heimlich an die kleinen Kisten. Dass ängstliche Stimmungen hoch kommen, ist nur gut. Die Meditation geht wie gesagt still daran. Es wird kein Deckel geöffnet. Es entstehen kleine Löcher. Sie kann man bewältigen. Es kann sein, dass 3 mit 1 zusammen hängt.


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